Erstmals erwähnt wurde der Poltenhof in Pfaffenhofen bereits im Jahr 1418, seit 1907 ist er im Familienbesitz. Edith und Johann haben ihn 2001 von Johanns Eltern übernommen und führen ihn seit 2003. Heute wird der Biobetrieb im Nebenerwerb mit Mutterkuhhaltung geführt und Edith gibt als Seminarbäuerin ihr Wissen rund um bäuerliche Produkte weiter.

Mutterkuhhaltung im Nebenerwerb
Bereits seit 1974 wird am Poltenhof Mutterkuhhaltung betrieben. Meist tummeln sich rund 20 Mutterkühe mit Kälbern und Nachzucht und ein Zuchtstier am Betrieb. Jetzt, im September, sind sie draußen auf der Weide, ein Teil in Harham und ein Teil in Pfaffenhofen. Den Sommer über verbrachte der Großteil der Tiere auf der Weißsteinalm (Fischhorn) in Kaprun, der Rest, die „Sommerkühe“, war im Laufstall mit direktem Weidezugang am Heimbetrieb.

Die männlichen Jungrinder werden als Einsteller für die Mast verkauft, 2-3 weibliche Kälber werden zur Nachzucht behalten, der Rest geht an die Rinderbörse oder wird direkt am Hof geschlachtet und vermarket. Am Poltenhof befindet sich nämlich auch ein Schlachtraum, sodass die Tiere stressfrei und ohne Transport geschlachtet und aufgearbeitet werden können. Das Fleisch wird in 5- und 10-kg-Pakete portioniert und verkauft. So direkt vermarktet werden ca. 6 Jungrinder pro Jahr.

Laufende Optimierungen am Betrieb
Sieht man sich die Stall- und Wirtschaftsgebäude etwas genauer an, erkennt man recht schnell, dass Johann ein richtiger Bastler ist. Oder besser gesagt, die HTL-Baufachschule abgeschlossen hat. Hier dazugebaut, dort optimiert, alles sehr geschickt angerichtet, auch wenn bei weitem nicht alles neu ist. 2 Ställe befinden sich am Hof, beides Laufställe, einer mit Auslauf auf Einstreu, der andere, sehr offen gehalten, mit direktem Zugang zur Weide. Mehrere Kameras hängen im Stall, so kann Johann, der hauptberuflich ein Versicherungsbüro führt, das Geschehen im Stall und besonders die Abkalbungen von überall mitverfolgen. Er sieht den Wert der Landwirtschaft übrigens auch im Ausgleich zu seinem Büroleben als Erholung und Freude.

Wissensvermittlung als Seminarbäuerin
Edith, die gelernte Kindergärtnerin ist, kennen viele der Bäuerinnen inzwischen von ihren großartigen Kursen, sei es zum Thema Brot, Germteig oder Milchverarbeitung. Im Jahr 2018 ist sie auf die Ausbildung zur Seminarbäuerin gestoßen und hat sie direkt gemacht, da sie auf der Suche nach einer zusätzlichen Tätigkeit war. Die Arbeit als Seminarbäuerin ist dabei ideal, da die Kurse oft abends statt finden und sie sich die Zeit davor und danach selbst einteilen kann.

„Der Trend zum Selbermachen ist enorm“, erzählt Edith. Nicht nur in der bäuerlichen, sondern auch in der nicht-bäuerlichen Bevölkerung wollen die Leute ganz genau wissen, wie Lebensmittel produziert werden und erfahren, was in den Produkten drin ist. So vermittelt Edith mit viel Leidenschaft ihr Wissen in ca. 20-25 Kursen pro Jahr, z.B. übers LFI, Volkshochschule und im Rahmen der „Gesunden Gemeinde“.

Zusammenhalt ist wichtig
Sehr froh ist die Familie über den interfamiliären Zusammenhalt und das Mithelfen der Eltern sowie der beiden Söhne. So bestreiten Johannes und Christoph mit Johann auch gemeinsam die Holzarbeit. Ein Teil des Holzes wird dann für die Hackschnitzelheizung aufbereitet, die in Kombination mit der Solaranlage und der Photovoltaikanlage eine nahezu autarke Strom- und Energieversorgung ermöglicht.

BetriebsnamePoltenhof
FamilieEdith Handl-Herzog (1973), gelernte Kindergartenpädagogin und Seminarbäuerin
Johann Handl (1967), selbständige Versicherungsagentur
Johannes (2001), HTL-Schüler
Christoph (2003), HTL-Schlüer
Erna (1943) und Johann sen. (1936), Altbauern
BetriebsgrößeBewirtschaftung von 25 ha Grünland
10 ha Wald
BetriebMutterkuhhaltung mit ca. 20 Kühen
3 Warmblut-Pferde
Hühner für Eigenbedarf
Seminarbäuerin
Nebenerwerb
KontaktFam. Handl
Pfaffenhofen 3
5760 Saalfelden

5 aus 10 – Unsere Fragen an Johann

Von unseren 10 Lieblingsfragen hat Johann folgende beantwortet:

Was war dein lustigstes, traurigstes, spannendstes, aufregendstes Erlebnis im Stall oder am Feld?
Unsere Kuh Resi hat in der Früh um ca. 8 oder 9 Uhr gekalbt. Als um 22 Uhr alle Kühe plötzlich geschrien haben, bin ich nachschauen gegangen und siehe da, war noch ein Kalb da. 12 Stunden später. Beide Zwillingskälber waren gesund und wir hatten noch viel Freude damit.

Was macht ihr gerne in eurer Freizeit? Wohin würde eure Traumreise gehen?
Sehr gerne gehen wir im Sommer zusammen ebiken und im Winter Skitouren. Meine Traumreise würde in den asiatischen Raum gehen (Thailand…).

Worauf bist du auf deinem Betrieb besonders stolz?
Dass wir alle miteinander anpacken, der Betrieb immer gut weitergeführt wird und durch laufende Sanierungsarbeiten alles gut im Schuss ist.

Wofür bist du dankbar?
Dass wir alle gesund und fit sind.

Hast du einen Wunsch für uns Bäuerinnen und Bauern?
Ja, ich wünsche mir, dass die tägliche Arbeit ordnungsgemäß entlohnt wird und das Produkt den Wert erhält, der ihm gebührt.

Wir danken Edith und Johann sehr herzlich für ihre Zeit!

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